Bei vielen Menschen steigt das Interesse an einer virtuellen Kreditkarte. Dies kann an mehreren Faktoren liegen. Sie möchten sicher über das Internet einkaufen, sie möchten eine Zweitkarte neben der klassischen Kreditkarte oder sie bekommen einfach keine klassische Kreditkarte. Das kann daran liegen, dass ihr Bonitätsscore unzureichend ist bzw. der SCHUFA Eintrag negativ. Im Folgenden erfährst du alles Wichtige zum Thema virtuelle Kreditkarten, Kreditkarten und Kreditkartenvergleich.

Die virtuelle Kreditkarte wurde für das problemlose Bezahlen beim Online-Shopping entwickelt
Mit einer virtuellen Kreditkarte kannst du sicher im Internet bezahlen

Was ist eine virtuelle Kreditkarte?

Virtuelle Kreditkarten wurden speziell für das Einkaufen im Internet bzw. das Online Shopping entwickelt. Wie du aus dem Wort „virtuelle“ vielleicht schon schließen kannst, brauchst du keine physische Karte aus Plastik, um mit einer virtuellen Kredikarte zu bezahlen. Die Kreditkarte besteht lediglich aus einem Datensatz. Dieser Datensatz enthält folgende Informationen von dir:

  • Kartennummer
  • Gültigkeitsdatum
  • Prüfnummer (CVV)
  • Benutzername
  • Passwort
Die klassische Kreditkarte wird in Deutschland immer häufiger verwendet
Die klassische Kreditkarte besteht aus Nummer, Gültigkeitsdatum, Prüfnummer sowie deinem Namen

Die Kreditkarten werden auch oft als online Kreditkarte bzw. als Prepaid Kreditkarte bezeichnet. Dies liegt daran dass die Karte nur mit Guthaben funktioniert. Ist auf der Karte kein Guthaben mehr verfügbar, kann auch nicht mehr damit eingekauft werden. Erst nach einer erneuten Aufladung, steht die Karte wieder zum Einkaufen zur Verfügung.

Welche Kreditkarten-Arten gibt?

Bei den Kreditkarten haben sich im Laufe der Zeit verschieden Arten entwickelt. Im Folgenden sollen die wesentlichen Merkmale der unterschiedlichen Kreditkarten-Arten vorgstellt werden.

Es gibt verschiedene Kreditkarten-Arten
Es haben sich verschiedene Kreditkarten-Arten in den letzten Jahrzenten entwickelt

Die klassische Kreditkarte

Die „echte“ oder klassische Kreditkarte funktioniert so: Der Karteninhaber erhält monatlich eine Abrechung. In der Abrechnung sind sämtliche erworbenen Waren und Dienstleistungen aufgeführt. Dabei hat der Karteninhaber die Möglichkeit, die Abrechung sofort oder in Raten zu begleichen. Handelt es sich um eine Begleichung des Kredits in Raten, spricht man auch von einem revolvierenden Kredit. Dieser wird hauptsächlich im anglo-amerikanischen Raum angeboten, ist zum Teil aber auch in Deutschland zu erhalten. Bei dieser Art von Kredit, kann der Kunde monatlich vereinbarte Summen zurückzahlen (z.B. 5, 10, oder 50 Prozent der offenstehenden Kreditsumme). Die offene Summe muss nicht vollständig getilgt sein, um die Kreditkarte weiter zu belasten. Innerhalb des persönlichen Verfügungsrahmens kann die Kreditkarte wieder neu belastet werden

Die virtuelle Kreditkarte

Wie bereits anfänglich erwähnt, wurde die virtuelle Kreditkarte für Einkäufe im Internet entwickelt. In den meisten Fällen sind Prepaid Kredikarten gemeint, wenn man von virtuellen Kreditkarten spricht. Die Karte besteht wie bereits beschrieben nur aus einem Datensatz. Damit verhält sich die Karte im Internet wie eine klassische Kreditkarte. Mittlerweile kann mit den Karten auch in realen Geschäften bezahlt werden, insofern der Karteninhaber über ein NFC-fähiges Smartphone verfügt und die Kassenterminals ebenfalls NFC-fähig sind.

Die Prepaid Kreditkarte

Wie auch bei der virtuellen Kreditkarte wird die Zahlung bei der Prepaid Kreditkarte auf Guthabenbasis abgewickelt und nicht auf Kreditbasis. Wir sprechen also von einer Guthabenkarte. Die Prepaid Karte kann auch an nicht kreditwürdige Personen vergeben werden. Da es sich um Guthabenkarten handelt, wird die Bonitätsprüfung des Karteninhabers bei der SCHUFA nicht durchgeführt. So können beispielsweise Personen eine Prepaid Kreditkarte bekommen die ein Negativeintrag bei der SCHUFA haben oder nicht volljährig sind.

Weitere Kreditkarten-Arten

Chargekarte

Bei dieser Kreditkartenart bekommt der Inhaber eine monatliche Rechnung, die sofort bzw. innerhalb ein Frist fällig ist (meistens 30 Tage). Der Karteninhabe erhält einen zinslosen Kredit für einen kurzen Zeitraum. Der Zeitraum umfasst die Spanne von der Bezahlung der Ware / Dienstleistung bis zur Fälligkeit der Rechnung. Die Chargenkarte ist die am meist verbreiteste Kreditkarten-Art in Deutschland

Debitkarte

Bei dieser Kreditkartenart wird der Inhaber sofort belastet. Also gleich nach der Bezahlung. Normalerweise erfolgt die Belastung des Karteninhabers über sein Girokonto. In Deutschland ist die geläufigste Debitkarte die Girocard. Besser bekannt ist sie vielen vermutlich als V Pay (Visa) oder Maestro Card (Mastercard).

Daily-Chargekarte

Die Kombination aus der Chargekarte und der Debitkarte ist die Daily-Chargekarte. Es handelt sich dabei um eine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen. Schauen wir uns die beiden Fälle (zahlen mit Debitkarte und zahlen mit Chargekarte) kurz einmal an:

  1. Kunde zahlt mit Debitkarte
    Der Betrag wird direkt vom Referenzkonto (meist Girokonto) abgebucht
  2. Kunde zahlt mit Chargekarte
    Der Kunde erhält einmal im Monat eine Rechnung. Er bekommt somit vom Kreditinstitut eine zinsfreien Kredit über den Abrechnungszeitraum gewährt, meistens vier Wochen

Wie verhält sich das Konto des Karteninhabers bei einer Zahlung mit einer Daily-Chargekarte? Rechnungsbeiträge werden über ein Referenzkonto abgerechnet. Auf das Referenzkonto zahlt der Kunde Guthaben ein. Solangen Guthaben verfügbar ist, werden die Umsätze direkt vom Konto abgebucht. Ist das Guthaben aufgebraucht, wird dem Kunden in der Regel ein Kreditrahmen zur Verfügung gestellt. Der Kreditrahmen richtet sich zum einen nach der Bonität und zum anderen nach den Wünschen des Kunden. Die offenen Soll-Beträge werden nach der Monatsrechnung vom Referenzkonto des Kunden eingezogen.

Ob die virtuelle Kreditkarte sofort nutzbar ist und für wen sie sich eignet

Eine virtuelle Kreditkarte ist sofort nutzbar
Ein großer Vorteil: Die virtuelle Kreditkarte ist sofort nutzbar

Virtuelle Kreditkarten eignen sich besonders für junge Menschen ohne Zahlungshistorie und Personen mit einem schlechten bzw. unzureichendem Bonitätsscore. Verbraucher mit einem negativen SCHUFA Eintrag erhalten nämlich im Regelfall keine Kreditkarte. Da es sich bei der virtuellen Kreditkarte aber um eine Guthabenkarte handelt, wird von der Bank keine SCHUFA Auskunft eingeholt. Dem Kreditinstitut ist die Bonität des Kunden in diesem Fall egal. Der Kunde kann auch nicht mehr ausgeben, wie das zuvor auf die Karte geladene Guthaben.

Wie funktioniert eine virtuelle Kreditkarte?

Die virtuelle Kredikarte (virtual credit card) wird auch als Online Kreditkarte bezeichnet. Sie funktioniert nur mit Guthaben. Das heißt die Karte muss vor ihrer Benutzung mit Guthaben aufgeladen werden. Sobald sich auf der Kreditkarte Guthaben befindet, kann damit im Internet eingekauft werden.

Wie bereits weiter oben beschrieben erhältst du neben der Kartennummer, dem Gültigkeitsdatum, der Prüfnummer auch einen Benutzernamen und ein Passwort. Mit dem Benutzernamen und Passwort kannst du dich beim Kreditkartenanbieter anmelden und dein Käufe, Zahlungen und Abbuchungen (also alle Transaktionen) nachverfolgen.

Wie erstelle ich eine virtuelle Kreditkarte?

Die Kreditkarte wird direkt auf der Homepage des Kreditkartenanbieters beantragt. Du bekommst dann unmittelbar die wichtigsten Informationen von der Bank zugesandt. Je nach Anbieter kann sich die Erstellung ein wenig unterscheiden. Auf der jeweiligen Homepage des Anbieters erfährst du mehr über die notwendigen Schritte.

Allgemein sehen die Schritte zur Beantragung einer Kreditkarte wie folgt aus, können je nach Anbieter aber abweichen:

  1. Registrierung bei der Bank / beim Kreditkarten Anbieter
  2. Festlegung eines Benutzernamens und Passwort
  3. Nach erfolgreicher Anmeldung werden dir die Kartendaten zugesendet
  4. Die Kredikarte muss von dir aktiviert bze. freigschalten werden. Dies erfolgt in der Regel über SMS oder E-Mail
  5. Um die Kreditkarte nutzen zu können, muss sie mit Guthaben aufgeladen werden.

Wichtig: Sofern die virtuelle Kreditkarte mit mehr als 100 Euro aufgeladen werden soll, ist ein Post-Ident Verfahren notwendig. Das bedeutet du musst dich verifizieren, um mehr Guthaben aufladen zu können.

Bei der Netbank virtuelle Kreditkarte sieht es beispielsweise so aus:

  • Schritt 1: Kartenauswahl
    Hier kannst du zwischen Prepaid Kreditkarte und virtueller Kredikarte auswählen
  • Schritt 2: Kartendesign
    In diesem Schritt legst du fest, welche Farbe die Schrift auf deiner Prepaid Mastercard haben soll. Zur Verfügung stehen weiß und schwarz
  • Schritt 3: Persönliche Daten und Einstellungen
    Jetzt musst du einige Angagen machen und die AGBs akzeptieren. Dann wird dein Konto bei der Bank angelegt und die Karteninformationen an dich versendet
  • Schritt 4: Aktivierung bzw. Freischaltung der Karte
  • Schritt 5: Aufladung der Karte mit Guthaben

Wie die Aufladung funktioniert, damit die online Kreditkarte sofort nutzbar ist?

Es gibt mehrere Möglichkeiten die virtuelle Kreditkarte aufzuladen. Im Regegelfall sind es die folgenden Optionen:

  • Überweisung
  • Lastschrift vom Girokonto
  • Bareinzahlung im Geschäft (z.B in der Tankstelle)

Daneben gibt es individuell je nach Anbieter weitere Optionen für die Aufladungen der Kreditkarte:

  • Echtzeitüberweisung
  • Sofortüberweisung
  • Giropay
  • Aufladung per Handyrechnung

Was sind die Kosten?

Virtuelle Kreditkarten sind nie kostenlos. Es fallen je nach Karte und Anbieter immer irgendwelche Gebühren an. Auf folgenden Kosten und Gebühren solltest du in jedem Fall achten, bevor du eine Kreditkarte bentragst und dich für einen Anbieter entscheidest.

JahresgebührEinige Anbieter erheben eine Jahresgebühr für die Nutzung der Kreditkarte.
MonatsgebührBei anderen Anbietern wiederum werden die Nutzungsgebühren monatlich berechnet.
TransaktionsgebührenGanz wichtig sind die Transaktionsgebühren. Also wie viel musst du für einen Vorgang (Zahlung etc.) bezahlen.
AusgabegebührAuch solltest du darauf achten, ob es eine Ausgabegebühr gibt und das diese nicht zu hoch ausfällt.
AufladegebührDesweiteren solltest du im Auge behalten, ob der Anbieter für das Aufladen der virtuellen Kreditkarte Gebühren verlangt.
Gebühr für Verwendung im Ausland (Fremdwährungsgebühr)Einige Kreditkarte können im Ausland benutzt werden. Allerdings verlangen die Anbieter dafür zum Teil saftige Fremdwährungsgebühren.
Gebühr bei Inaktivität (Freischaltungsgebühr)Bei Nicht-Benutzung der Kreditkate deaktivieren einige Anbieter die Karte nach einer bestimmten Zeit. Um diese wirder zu nutzen, muss der Kunden einen Freischaltgebühr bezahlen.
Gebühr bei zusätzlicher PlastikkarteNach dem es sich bei der virtuellen Kreditkarte um einen Datensatz handelt, können ggf. zusätzliche Gebühren anfallen, falls der Kunde eine zusätzliche Plastikkarte haben möchte.

Die Vorteile und die Nachteile der virtuellen Kreditkarte

Vorteile

Volle Ausgabenkontrolle – Überschuldung nicht möglich
Keine SCHUFA Abfrage durch die Bank
Schnelle Verfügbarkeit (oft innerhalb von 24h)
Sicheres Zahlungsmittel auf Guthabenbasis
Ohne zusätzliches Girokonto
Kein Plastik
Einfache Handhabung
Jugendschutzfunktion (bei einigen Anbietern)

Nachteile

Hohe Gebühren und Zusatzkosten (Jahresgebühr, Inaktivitätsgebühr, Transaktionsgebühr etc.)
Oft unübersichtliche Kostenstruktur
Nur Zahlungen im Internet möglich
Geringe Flexibilität
Karte nicht sofort einsatzbereit – nur wenn Guthaben verfügbar ist
Für Reisen ungeeignet (funktioniert bei Hotel und Mietwagenbuchungen nicht)
Kein Abheben von Bargeld am Geldautomat möglich
Ab einem Guthaben von mehr als 100 Euro muss der Kunde seine Identität über Post-Ident Verfahren bestätigen

Welche Anbieter gibt es?

Netbank – Mastercard

Neteller – Mastercard

Entropay – Visa

Wirecard Bank – Visa

Macht eine virtuelle Kreditkarte für mich wirklich Sinn?

Nach den Erfahrungen unserer Redaktion macht eine virtuelle Kreditkarte nur Sinn, wenn du sie als Zweitkarte für das Online Shopping benutzen möchtest oder zum Beispiel deine Kinder behutsam an den Gebrauch von Kreditkarten heranführen möchtest. Viele Anbieter haben eine Jugendschutzfunktion und um andern kann maximal das auf der Kreditkarte verfübgare Guthaben ausgegeben werden. Eine Überziehung ist nicht möglich.

Ein weiterer Grund kann sein, dass du einen negativen SCHUFA Eintrag hast und deswegen keine klassische Kreditkarte erhalten wirst. In diesem Fall könnte es Sinn machen.

Wichtig: Vergleiche immer die Konditionen der unterschiedlichen Anbieter und gleiche diese mit deinen Wünschen ab. Dann kannst du entscheiden, welcher Anbieter am besten zu dir passt. Achte dabei auf jeden Fall auch auf die unterschiedlichen Gebühren je Anbieter!

Allgemein bleibt aber festzuhalten, dass die klassische Kreditkarte viel besser für den Alltag geeignet ist. Erfüllst du die Voraussetzungen für eine normale Kreditkarte ist es weitaus sinnvoller, diese Kreditkarten-Art zu beantragen. Hier findest du unseren Kreditkarten-Vergleich.

Du möchtest noch mehr Infos zum Thema? Dann bist du bei uns genau richtig

Wenn du doch mehr Informationen zu virtuellen Kreditkarten und Kreditkarten Vergleich möchtest, schaue dich doch ein wenig bei uns um. Hier solltest du einige Informationen finden die dir weiterhelfen.